Von den Grenzen anderer
Manche Sätze bleiben hängen. Nicht weil sie neu oder besonders kreativ wären, sondern weil sie mich dazu bringen, über sie nachzudenken. Seit gut einem Jahr hängt eine illustrierte Karte an der Pinnwand, über meinem Schreibtisch, auf der folgender Spruch steht: „Wenn jemand dir sagt, das geht nicht, dann sind das seine Grenzen, nicht deine!“ Dieser Satz ist für mich ein Über-jemands-Grenzen-nachdenken. Warum lasse ich mich so schnell davon überzeugen, dass ich etwas nicht kann, wenn jemand anderes mir sagt „Das geht nicht“? Ist es meine eigene Unsicherheit oder Vertrauen in die Einschätzung der Person über meine Fähigkeiten? Warum beziehe ich „Das geht nicht“ denn überhaupt auf mich? Viele Grenzen hätte ich nicht gehabt, wenn ich die Aussage hinter dem Satz nicht als allgemeine Wahrheit, sondern als Grenze der Person, die vor mir steht, erkannt hätte. Doch nicht jede fremde Grenze muss auch meiner eigenen entsprechen. Und was spricht denn dagegen etwas einfach mal zu probieren, b...