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Es werden Posts vom Juni, 2012 angezeigt.

Vom Partypatriotismus

Vom Partypatriotismus, dem versteckten Nationalismus im Neoliberalismus, und warum es unglaublich schwer ist, sich überhaupt eine eigene "richtige" Meinung zu einem Thema zu bilden, wenn schon Gesellschaftskritiker sich als verschmähte Herdentiere herausstellen. Dieser Morgen beginnt mit schwerer Kost zum obligatorischen  Frühstück vor dem Sport. Nicht weil mein Müsli neuerdings Blei-Späne enthält, um mein Training zu maximieren, sondern, weil ich irgendwie auf 3sat gelandet bin und gerade eine Wiederholung von gestern läuft. http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=31531 Eindeutig eine Kritik am Partypatriotismus. Ganz allgemein gibt es zwei Dinge, die ich nicht mag, Kritiker und die mediale Zerlegung  von Kritikern. Zu Kritikern besteht bei mir eine Art Hass-Liebe, weil sie mich zwingen, mich mit einer Sache auseinander zu setzen, die ich vorher noch nicht so beachtet habe, wie in diesem Fall das neue deutsche Bewusstsein formiert durch die gemein...

Von der nächtliche Stille und dem Sommerregenduft

Es ist Freitag, ein Uhr nachts, für mich eigentlich noch Donnerstag. Ich verabschiede mich von einer Freundin und trete durch die Haustür auf die Straße. Es hat geregnet und der milde, laue Duft von Sommerregen steigt mir in die Nase. Am ZOB wird gerade der Platz gereinigt. Der letzte Bus ist schon eine Weile weg, Lübeck eben. Ich bin mit dem Fahrrad gekommen und damit mache ich mich nun auch wieder auf den Heimweg. Je weiter ich mich vom ZOB entferne, um so leiser wird es um mich. Ich liebe diese Stille, die nur nachts in Lübeck herrschen kann. Platz zum Atmen, Raum zum Denken und um mich nichts als leere Straßen und die kleinen Geräusche, die man sonst kaum wahrnimmt: Der Luftzug durch die Speichen der Räder, das Knistern des Sands unter den Reifen und das Spritzen des nassen Asphalts mit aufgeheiztem Restwasser, das Quietschen der Jeans, wenn beim in die Pedale treten die Hose am Sattel entlang streift. Man könnte sich mitten auf die Kreuzungen legen, ohne überfahren zu werden und e...

Mein Zwei-Man-Jogging-Wolfsrudel

Das Gute daran, auf dem Dorf aufzuwachen, ist, über mangelnde Jogging-Strecken kann man sich nicht beschweren, Wald und Wiesen überall. Deshalb ist etwas, das ich so gut wie immer dabei habe, wenn ich heimfahre, Sportzeug. Dann muss eigentlich nur noch das Wetter mitspielen. Gestern hat es so gut wie den ganzen Tag durchgeregnet und als zugegebener Schönwetter-Jogger verzichte ich gerne auf matschige Waldwege. Nachdem ich heute Morgen die Hoffnung beim Frühstück schon begraben wollte, heute noch eine Runde laufen zu können, weil sich eine fies und dunkel aussehende Wetterfront dem Dorf näherte, kam es dann aber nach einer Stunde doch noch anders. Ein großes Sonnenloch machte sich breit. Laufoutfit angezogen, Rexy, unseren Hund, an die Leine genommen, runtastic und Musik eingeschaltet und los. Dass ich weit entfernt von gut bin, ist mir schon klar – dafür müsste man auch mehr als nur einmal die Woche laufen gehen, aber so Anfänger-Fehler wie zu schnell loslaufen, müss...

Vom Karrieretag, einem Pinguin in der Wüste, Fußballkuchen und heimischen Erdbeeren

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Da ein Blog ja eigentlich nichts anderes als ein Tagebuch fürs World Wide Web ist und ich es im Allgemeinen ja einfach nur für meine selbstanalytischen Philosophien, kreativen Ergüsse und Pseudo-Artikel missbrauche, jetzt mal ganz klassisch ein Wochenbericht, damit mein Blog sich auch als solcher schimpfen darf. Dienstag war Karrieretag. Ich hatte mich bei meiner Betreuerin Montag gleich für den Folgetag abgemeldet und auch die Neuroinformatik-Vorlesung fiel meiner erneuten Lebenslauf-Verbesserung zum Opfer. Ein Freund hatte mir am Wochenende beim gemeinsamen Frühstück noch ein paar Tipps gegeben und so war ich gut vorbereitet und erwartete nun viel. Letzten Endes, soviel sei vorweggenommen, war der Karrieretag dann aber doch enttäuschend. Ich konnte mir zwar ein paar Informationen zu potentiellen regionalen Arbeitgebern holen, aber das, worauf es mir ankam, der Bewerbungsmappen-Check und der Workshop „Selbstbild-Fremdbild“, war ziemlich ernüchternd. Aus den mittelmäßig begeisterten...

UEFA EURO 2012

Meine Betreuerin für die Masterarbeit fragt mich heute beim Mittagessen: „Schaust du Fußball?“. Die Frage bezieht sich auf die Europameisterschaft, die gerade angefangen hat. Ich antworte: „Jep.“. Etwas wortkarg für meine Verhältnisse, wenn es um Fußball geht, denn ich schau echt gern Fußball. Aber eigentlich kann man immer nur etwas Falsches sagen und deshalb beschränke ich meine Meinungsäußerung zu Spielen lieber auf Familie und enge Freunde, denn ich bin nun mal echt kein Experte und man darf zwar eine Meinung haben, aber letztendlich glaubt im Bezug auf Fußball ja jeder seinen Senf dazugeben zu müssen, da kann man auch einfach mal schweigen. Grotesker-, widersprüchlicher weise schreib ich jetzt natürlich trotzdem darüber. Aber da wahrscheinlich eh nur meine Familie und engen Freunde diesen Blog lesen ist es ja fast schweigen. Vor einigen Jahren, genau genommen bei der letzten EM 2008, habe ich schon mal etwas über Fußball geschrieben. Ob Frauen Fußball genauso sehen können wie...

Und wer fragt die Kinder?

Zwischen Schulbank und Feierabend der Eltern, da bleibt für die, die keine Großeltern haben, die auf sie aufpassen, keine älteren Geschwister, die mit ihnen Hausaufgaben machen, meistens nur der Hort oder gerade der Hort. Denn dort können sie nicht nur Zeit mit ihren Freunden verbringen und kleine Abenteuer und Feiern erleben, dort kümmern sich auch Menschen teilweise aufopfernd um sie, passen auf, dass die Hausaufgaben gemacht werden, helfen dabei, beantworten schier unlösbare Fragen wie: „Gibt es blaue Frösche?“ und nähen Puppenkleider für nackte Puppen, die irgendwo übrig geblieben dem Hort zu Gute kommen. Viele stellen sich einen solchen Menschen als Frau mittleren Alters mit gemütlicher Figur und bereits erkennbar werdendem gutmütterlichem Alte-Lady-Scharm vor. Da will eine junge, moderne Frau auf dem Stand neuster Erziehungstechnik und mit mobiler Internetanbindung nicht so recht ins Bild passen. Es gibt so viele Blickwinkel aus denen diese junge Frau betrachtet werden kann. ...

BLACK

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Ich zeichne gerade an einer Bildreihe bestehend aus fünf Bildern. Gestern habe ich das zweite fertiggestellt. Ich ergänze diesen Post dann immer weiter, bis alle Bilder fertig sind. Zur Reihe: Wie der Titel schon sagt handelt es sich um die Farbe Schwarz. Jedes Bild wird in einem etwas anderen Stil und mit anderem Inhalt erscheinen und doch befassen sich alle mit den unterschiedlichen Aspekten der Farbe und ihrer Bedeutung, verknüpft mit logischen und emotionalen Hintergründen.

Liebe

Was ist das eigentlich? Gibt es sowas überhaupt? Manchmal erschreckt mich eine Einsicht in einem Traum, von der ich dann geschockt aufwache, daliege und darüber nachgrübele. Heute bin ich genau so aufgewacht, geschockt und grübelnd. Der Traum selbst war eher belanglos, nicht wirklich spannend, zweifelsohne nichts anderes als eine Reflektion meiner eigenen Sehnsucht, nur eben verstrickt in einen inneren Konflikt: „Meine Cousine stellt mir jemanden vor und behauptet, ich würde für sein tolles Haus mit dem Audi vor der Garage schwärmen. Ich seufze schwärmerisch, hab aber keine Ahnung wovon sie redet. Wie ich später erfahren soll, sie auch nicht, denn sie kennt sein zuhause nicht. Es war auch nur ein Mittel zum Zweck und das hat funktioniert. Er wird aufmerksam. Er flirtet mit mir und es fühlt sich gut an. Wir tauschen Nummern. Etwas später, nachdem meine Cousine mir diese Verkuppelsaktion gestanden hat, sehen wir uns wieder. Seine Augen flirten noch immer, doch er bleibt reserviert...