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Es werden Posts vom 2025 angezeigt.

Von Wegweisern

„Es war einmal ein Mädchen, das kam an eine Gabelung und wusste nicht mehr, wohin es gehen sollte. Es verharrte und schaute sich suchend um. Sein Blick fiel auf ein glänzendes Schild in der Mitte der Gabelung, in dem es sich beinahe spiegeln konnte. Es klebten allerhand Zettel an diesem Wegweiser, die dem Mädchen mehr Informationen über die beiden Wege verrieten, aber auch von spannenden Impulsen, in denen sich das Mädchen wiederfand, die es aufgriff und die seine Vorstellung von dem Weg, den es gehen wollte, formten. Das Mädchen gewöhnte sich so schnell an den Wegweiser und so beschloss es, ihn mitzunehmen. Doch konnte es ihn nicht tragen und so standen beide regungslos an der Gabelung. Wollte das Mädchen nicht auch erstarren, so musste es gehen.“ Nicht alle Menschen sind dazu bestimmt, uns auf unserem Weg zu begleiten. Doch als Wegweiser stellen sie eine besondere Bedeutung für unsere Entwicklung dar, wenn wir sie als solche erkennen. Wegweiser stehen nicht still, nur in Relation...

Von verlorengegangener Nähe

„Wann hat sich eigentlich alles so verändert?“ fragt mich meine Mutter, als ich zu Besuch bin, einfach so, ohne Anlass. „Früher ist viel öfter einfach mal so jemand vorbeigekommen oder wir sind einfach mal so drauflosgefahren und haben Bekannte besucht. Heute würde man das nicht mehr tun. Aber ich muss auch gestehen, wenn jetzt einfach so jemand vorbeikommen würde, würde ich mich unwohl fühlen. Und ich habe auch immer das Gefühl, ich würde andere ohne Ankündigung meines Besuchs stören. Es hat ja auch irgendwie jeder immer mit sich zu tun und keine Zeit mehr für andere.“ Die Worte meiner Mutter hallen noch eine ganze Weile in mir nach und verbinden sich in meinem Kopf mit einem Gedanken, den ich aufgegriffen habe, als ich versuchte zu verstehen, warum es mir eigentlich so wichtig ist, schöne Dinge, die ich erlebe, in meinem Status bei Sozial Media zu teilen. Ich tue das, weil ich diese Dinge mit Menschen teilen möchte, die mir wichtig sind, damit sie teilhaben können an meinem Leben, au...

Von künstlicher Intelligenz und menschlichem Mitgefühl

Während die Modelle zur künstlichen Intelligenz immer besser werden, scheint uns Menschen unsere Zwischenmenschlichkeit immer mehr abhanden zu kommen. Und so stellt sich mir die Frage, wie weit ist künstliche Intelligenz noch von einem Bewusstsein entfernt? Und basiert dieses Bewusstsein dann auf unseren menschlichen Schwächen oder wird die Künstliche Intelligenz dann zu einem besseren Menschen? Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile überall und nicht mehr nur ein witziges Spielzeug. KI-Modelle wie Midjourney zeichnen Bilder, und ChatGPT, Gemini oder Grok nehmen uns das Recherchieren und Schreiben ab und dringen immer weiter in alle unsere Lebensbereiche vor. Und auf der einen Seite macht mir das sehr viel Hoffnung, weil KI mir aus einem Meer von Informationen gezielt, die liefern kann, die ich als Grundlage für meine eigene Arbeit benötige. Doch der Großteil für den KI schon jetzt verwendet wird, macht mir ehrlich Angst. Sozialmedia wird überschwemmt von KI-generierten Bildern...

Von der Einsamkeit

Hast du dich schon einmal einsam gefühlt? Wir können „umgeben“ sein von Menschen und uns trotzdem schrecklich einsam fühlen. Die Gründe für diese Einsamkeit können vielfältig sein. Und Einsamkeit scheint gesellschaftlich zurzeit auch ein immer größer werdendes Thema zu sein. Einsamkeit definiert jeder Mensch vermutlich ein wenig anders, je nachdem in welchem Aspekt er sich allein (gelassen) fühlt. Für mich bedeutet Einsamkeit die Isolation von Menschen, zu denen ich ein tiefes emotionales Band geknüpft habe. Und die Gründe für das Empfinden dieser Isolation sind genauso individuell, wie das Empfinden von Schmerz bei jedem von uns individuell ist. Ich glaube mittlerweile, dass ich sehr sensible bin und Situationen, die andere als weniger schlimm empfinden, sehr viel stärker wahrnehme. Ich will versuchen etwas besser zu erläutern, was ich mit Isolation meine. Ein Beispiel für das größtmögliche Maß an Isolation, ist für mich der Tod eines geliebten Menschen, denn der Tod ist eine im L...

Vom Fühlen und Reden

Wenn ich eines in all der Zeit gelernt habe, dann das wir großartig darin sind, aneinander vorbeizureden. Deshalb ist richtige Kommunikation so wichtig und obwohl ich schon einiges darüber weiß, fällt es mir unglaublich schwer richtig zu kommunizieren. In meinem Kopf ist immer alles so logisch und eindeutig klar und dann mache ich den Mund auf und kann meinen Mitmenschen nicht mal die Hälfte von dem mitteilen, was ich gerne sagen würde. Beim Schreiben fällt es mir leichter, aber auch hier hängt so viel davon ab, welche Worte ich benutze und was der Leser mit diesen Worten verbindet, wie er sie wahrnimmt, wie er sie interpretiert. Und da brauchen wir uns nur den letzten Satz anschauen: Der Leser! Und natürlich mein ich damit nicht nur die Menschen, die sich dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen, sondern auch alle anderen Menschen, die diesen Text lesen und deshalb versuche ich auch immer, wenn es mir auffällt, in meiner Sprache alle zu inkludieren. Was ich damit eigentlich sagen mö...

Von meinem Versuch der Liebe auf die Spur zu kommen

Angeregt von „Erich Fromm – Die Kunst des Liebens“ ist dies ein nächster Versuch mir selbst die Liebe zu erklären. Ein nächster Versuch, weil ich schon einen in diesem Blog gewagt habe, nur dass ich jetzt ein paar Jahr älter bin und es dieses Mal wissenschaftsphilosophisch versuchen möchte. Ich sage bewusste philosophisch, weil das Studium meiner hier aufgestellten Hypothesen mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde. Vermutlich würde allein schon die Recherche der aktuellen Studienlage einige Wochen in Anspruch nehmen. Ich versuche deshalb auch bewusst meine Hypothesen mehr fragend zu formulieren, damit dem geneigten Leser der philosophische Charakter meiner Hypothesen bewusstwird. Denn selbst zum Aufstellen dieser wäre eine solidere Wissensbasis von Nöten. Was ist Liebe? Lässt Liebe sich auf Biochemie herunterbrechen? Gibt es einen Unterschied zwischen Liebe und verliebt sein? Und wie spielt das sexuelle Verlangen mit der Liebe zusammen? Hängen diese überhaupt zusammen oder vermischen...

Von der Suche nach sich selbst

 Es erscheint mir nur natürlich, dass wir uns, unser Sein und unser Zusammenleben mit anderen und in einer Gesellschaft von Zeit zu Zeit in Frage stellen. Nämlich genau dann, wenn nicht alles harmonisch und rund läuft und so wie wir dachten, dass es laufen müsste. Unser angestrebte Zustandsidealbild ist wie alles andere auch geprägt von unserem Vorwissen, welches auch durch unsere Erziehung, durch die Menschen um uns herum und unsere Gesellschaft entsteht. Erst wenn wir dieses Idealbild nicht erreichen können, fangen wir an Fragen zu stellen. Vielleicht hinterfragen wir nur uns selbst: Warum bin ich anders? Warum bin ich nicht wie die anderen? Vielleicht hinterfragen wir aber auch unsere Mitmenschen: Warum ist er oder sie anders? Warum sind die anderen gegen mich? Oder wir hinterfragen sogar die Gesellschaft, in der wir leben: Warum ist die Gesellschaft so wie sie ist? Warum schließt die Gesellschaft mich aus? Welche Fragen wir uns stellen, hängt von unserer inneren Reife im Bezu...

Vom Durst nach Wissen und dem fehlenden Austausch darüber

Vermutlich war ich schon immer eher neugierig und bei den meisten Dingen interessiert mich viel mehr, WIE es als DASS es funktioniert oder wenn es nicht funktioniert, WARUM es nicht funktioniert. Vermutlich bin ich auch deshalb den Naturwissenschaften so verbunden, wobei mich in den letzten Jahren auch immer mehr Teile der Geistes- und Sozialwissenschaften interessieren. Ich möchte einfach immer weiter lernen, weil ich das Gefühl habe, wenn ich dass nicht tue, werde ich irgendwann ignorant und berufe mich auf Fakten, die keine (mehr) sind. Grundsätzlich ist unsere Meinung eben nur so gut, wie das Wissen auf dem sie basiert und je umfangreicher das Wissen um so eher möchte ich mir selbst auch eine Meinung erlauben. Ein Tool, das mir dabei hilft, ist die App Blinkist. Ich liebe Blinkist! Nicht, weil ich dann so tun kann, als hätte ich alle Bücher komplett gelesen, die ich durch die Blinkist-Zusammenfassung in wenigen Minuten erfassen kann, sondern weil Blinkist für mich eine Vorauswahl...

Vom Allein-glücklich-sein

 „Jeder ist seines Glückes Schmied“, „Mach dein Glück nicht von anderen abhängig“ oder der neuste Glücksspruch in meiner Sammlung (diesmal aus einem Glückskeks) „Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“ und in jedem dieser Sprüche mag auch eine Wahrheit verborgen liegen, doch ist Ihnen allen gemein, dass sie Glück als persönliches Gut definieren. Wir empfinden „Glück“, wenn unser Körper Endorphine ausstößt, doch was diesen Hormonausstoß verursacht und wie hoch dieser ist, lässt sich höchstens in Kategorien clustern, bleibt aber letztendlich individuell. Und ich möchte mit diesem Beitrag auch nicht auf die Biochemie hinter dem Glück hinaus. Ich glaube nicht daran, dass ich allein glücklich sein kann, oder sagen wir vielmehr nicht so glücklich, wie es ich sein könnte, mit anderen Menschen zusammen. Denn Freude, die ich beispielsweise empfinde, wenn mir etwas zum ersten Mal gelingt oder ich etwas Schönes sehe, dass mich emotional berührt, dann ist ...

Der Blog ist tot, es lebe der Blog

Niemand hat jemals diesen Blog gelesen und niemand wird jemals diesen Blog lesen. Bloggen ist out, falls es überhaupt je in war. Genau genommen ist dieser Blog also genauso geheim, wie jedes Tagebuch, dass ich mit mir rumschleppen würde, nur eben digital. Und da mir zurzeit wirklich, wirklich jemand fehlt, mit dem ich mich über die diversesten Themen austauschen kann, bleibt bei diesem Blog immerhin der kleine Funke Hoffnung, dass doch irgendein Mensch da draußen hierrüber stolpert und Lust hat, mitzuphilosophieren. Immerhin verlassen die Gedanken dann schon einmal meinen Kopf und sind für immer, oder zumindest solang Google und seine Server oder mein Account existieren, konserviert. Diese Frage beschäftigt mich tatsächlich immer mal wieder: Welches Medium ist in unserer Zeit am besten dafür geeignet, Informationen zu erhalten? Die Informationen, die die Ägypter in Stein gemeißelt haben, bestehen bis heute; zugegeben auch durch die guten klimatischen Bedingungen, die die Verwitterung...