Von Fürsorge und Übergriffigkeit
In dem Buch „Vergeude keine Krise“ gibt es den Abschnitt „Kümmerer erzeugen Verkümmerte“. Dieser Abschnitt hat mich ziemlich getroffen. Ich habe beim Lesen erkannt, dass ich ganz oft in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen die Rolle derjenigen einnehme, die sich kümmert. Weil es mir leichtfällt, weil ich vermeintlich Zeit genug dafür habe und weil es mir ganz oft auch einfach ein gutes Gefühl gibt – gebraucht zu werden, nützlich zu sein, sinnstiftend. Vielleicht auch – und diese Erkenntnis finde ich ebenso erschreckend – weil ich dann die Fäden in der Hand halte und vermeintlich die Kontrolle über das Ergebnis bekomme. Das Sich-um-etwas-oder-jemanden-kümmern ist dabei auch gar nicht das eigentliche Problem, sondern in seiner Grundhaltung sehr sozial. Doch wann ist Fürsorge übergriffig? Wenn ich selbst etwas als ein Problem identifizieren kann, dann bin ich auch in der Lage über die Lösung dieses Problems nachzudenken. Ob ich allerdings an der Lösung des Problems arbeite, ist mei...