Vom Zeichnen statt Schreiben
Ja, ich lebe noch! Ich habe nur gerade keine überquellenden Blog-Ideen mehr und so wirklich Tagebuch-Bloggen find ich ja auch langweilig. Dafür macht sich wieder ein kreatives Chaos aus zu zeichnenden Bildern in meinem Kopf breit. Also hab ich beschlossen, mich endlich mal bei talenthouse.com anzumelden, um meiner Kreativität wieder ein Ventil zu geben; mein erstes Projekt „Zeichne ein Logo für No Doubt“. Wie viele oder ob ich überhaupt eine Chance habe, den Wettbewerb zu gewinnen, ist sehr zweifelhaft, dafür gibt es einfach zu viele kreative Köpfe dort draußen und die haben das dann größtenteils auch noch professionell gelernt. Da es bei einer guten Idee aber letztendlich nie auf die berufliche Voraussetzung des Ideengebers ankommt, ist das alles ganz egal, solange man das, was man tut liebt. Und ich liebe es! Gestern fragte mich ein Freundin: „Malst du dir da ernsthaft so viele Chancen aus, dass du da so viel Herzblut reinsteckst? Du bist kein Designer!“. Ich konnte ehrlich antworten: „Eigentlich geht es mir gar nicht darum zu gewinnen. Klar möchte ich gerne eine Creative Suite haben, aber ich fühl mich seit langem mal wieder richtig gut.“. Und so ist es auch! Diese Leidenschaft, alles zu geben und alles andere um sich zu vergessen darüber, hab ich sonst höchstens beim Sport.
Aber nun zum Projekt. Ich gewähre euch heute mal einen Einblick in mein kreatives Chaos namens Kopf und in die Entstehungsgeschichte des Logos für No Doubt.
Die ersten Ideen:
Wenn es um so etwas wie ein Logo geht, spiele ich zuerst gern mit Namen. Vielleicht meiner Unkenntnis in Grafikdesign geschuldet, tue ich das mit Blockbuchstaben, die ich dann versuche anders anzuordnen. Da ich bei Logos an etwas Kompaktes denke, wollte ich die Buchstaben ineinander fließen lassen, vielleicht miteinander tanzen lassen, denn schließlich handelt es sich bei No Doubt ja um eine Band. Eine Idee war auch, gegenständliche Buchstaben zu verwenden, also Buchstaben in Form von Instrumenten zu zeichnen. Diese Idee hab ich dann aber immer wieder gedanklich verworfen, weil das mehr zu einer Bigband oder einem Orchester passen würde. Irgendwann gegen Abend des ersten Tages meiner Überlegungen dämmerte mir, dass ich schlecht ein Logo für No Doubt entwerfen kann, wenn mich grad gar nichts mit der Band verbindet. Also habe ich mir auf spotify erst einmal sämtliche Alben in eine Playlist gezogen und auf Dauerschleife laufen lassen. Außerdem hilft es immer, andere Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. Man muss sie nicht teilen, aber man kann sich inspirieren lassen.
Der Entstehungsprozess:
Von den Bleistift-Skizzen geht es dann relativ schnell an den PC. Zurzeit verwende ich „inkscape“ als Vektorgrafikprogramm und „GIMP 2“ als Zeichen- und Fotobearbeitungsprogramm. Da ein Logo grundsätzlich skalierbar bleiben sollte, bietet sich immer eine Vektorgrafik an. „inkscape“ ist vom Funktionsumfang vielleicht nicht Adobe Illustrator, verlangt aber auch nicht 300 Euro und ist ideal dazu geeignet, sich an das Arbeiten mit Vektorgrafiken zu gewöhnen, finde ich. Wenn man dann doch einen größeren Funktionsumfang benötigt, kann man sich immer noch weg von Open Source hin zu Kommerziellem bewegen.
Nachdem ich die Buchstaben zunächst einmal konstruiert hatte, versuchte ich Schmuckelemente einzubringen, Buchstaben durch zusätzliche Linien zu betonen. Zudem ließ mich die Idee mit den Instrumenten doch nicht ganz los und irgendwie hatten zusätzliche Linien etwas von Saiten einer Gitarre. Alles in allem war der Gedanke, zunächst eine Art Neo-80er-Schrift zu kreieren. Für die Bedeutung von „No Doubt“ wollte ich eine Art Reizbrett-Schatten erzeugen, Konstruktionslinien sollten die Buchstaben umrahmen bzw. durchziehen. Erst dachte ich an ein einfaches Schwarz-Weiß-Logo. Da Schwarz-Weiß aber irgendwie so gar nicht zur Band passen will (selbst das schwarz-weiße Cover des neuen Albums wirkt bunt) musste Farbe ins Spiel. Das uferte dann allerdings etwas aus.
Ich beschloss, dass der komplette Name eh zu viel sei und ein Logo ja eigentlich auch nicht zwangsläufig aus Buchstaben bestehen müsste. Ich reduzierte das Ganze also auf das N und das D als Hauptkomponenten des Logos. Meine Idee vom Reizbrett wollte ich aber beibehalten. Am Ende kam etwas dabei heraus, das mir dann irgendwie sehr gefiel, aber nur bedingt bis gar nicht zum Musikstil der Band passte. Ich hab zwar die Noten der ersten vier Takte des Refrains von „Don’t Speak“ vereinfacht mit eingebaut, aber das wird ja nicht jedem sofort ersichtlich und ist dann letztendlich, wie eine Freundin meinte, auch mehr Artwork als Logo.
Ich war in einer kurzen Schaffenskrise. Was hilft da? Genau, telefonieren und neue Inspiration holen. Besagte Freundin meinte sofort, das Adam-und-Eva-Prinzip in Video zu „Settle Down“ erkennen zu können, was mir zwar nicht ganz ersichtlich war, aber letztendlich besteht die Band nun mal aus einer Eva mit platinblondem Haar und roten Lippen und drei Adams, quasi. Irgendwann warf sie dann ein: „Wie wäre es denn, wenn du gemäß diesem Prinzip aus den ‚o‘s Äpfel machst?“Apfel? Apfel! Genau auf diesen Funken Inspiration hatte ich gewartet. Ich musste schnell auflegen, denn mein Hirn sprudelte über. Gwen=Eva – verbotener Apfel – Biss in den Apfel – ohne Zweifel in den Apfel beißen – also in eine musikalisch neue Richtung vorstoßen und Altes revolutionieren! Zu dem ein roter Apfel = Rote Lippen und das Fruchtfleisch platinblond. Der nächste Entwurf stand in nicht einmal 10 Minuten!
Aber irgendwie war mir das noch nicht gut genug; der Stil zu Retro und das Blatt nicht passend zum Retrostil. Weitere zwei Stunden gingen ins Land, in denen ich an meiner Idee feilte.
Das letzte Design hätte ich unglaublich gern eingereicht, wäre da nicht ein uns allen sehr wohl bekannter Apfel-Konzern, der schon Unternehmen für weit weniger ähnliche Designs verklagt hat, denn dieser hat auch das Adam-und-Eva-Prinzip gepachtet, ehm, oder patentieren lassen.
Ich stand also vor einem Dilemma. Einzureichen brauchte ich das Design so auf jeden Fall nicht. Ich grübelte weiter nach. Sollte ich doch den Rest des Wortes „Doubt“ wieder mit aufnehmen? Das würde dann vielleicht den einen Marken-markanten angebissenen Apfel entschärfen.
Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wieso denn überhaupt ein Apfel? Konnte eine verbotene Frucht nicht eben so gut eine Orange sein, die man sowieso in Verbindung mit der Band bringen würde? Klasse! Also zurück zu den Anfängen der Band. Zunächst noch etwas unspektakulär, entschied ich mich den Rest des Wortes „Doubt“ wirklich wieder mit aufzunehmen, als herausgerissenes Fruchtfleisch aus dem Biss in die Orange.
Das Finale:
Jetzt störte eigentlich nur noch das rudimentäre „Apfelblatt“, das mit der Aussage, dass Orangen ja auch Blätter hätten, dem Logo nicht weniger das Design einer Obstwerbung gab. Schließlich konnte ich final meinen Entwurf doch noch zu meiner Zufriedenheit verändern und das Ergebnis könnt ihr euch jetzt auf talenthouse.com angucken. Und wenn ihr schon mal da seid, würde ich mich auch sehr freuen, wenn ihr gleich für mich votet. Vielen Dank schon mal im Vorfeld dafür.
Das war also ein kurzer Ausflug in meinen Kopf. Danke fürs Lesen und danke fürs Voten.









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